Auf ein Wort

Alle Jahre wieder ... ...

kommt Weihnachten ja schneller als man denkt. Die „Jagdsaison für Schnäppchenjäger“ ist eröffnet und der Einkaufsrummel füllt die Straßen der Städte. Viele Menschen eilen geschäftig durch die Läden auf der Suche nach passenden Geschenken, es soll ja jemandem „eine Freude machen“.

Auf den Weihnachtsmärkten drängen sich die Menschen dann um die Glühweinstände, genießen in netter Gesellschaft das heiße Getränk, leckere Knabbereien oder auch Deftiges vom Grill. Aus unzähligen Buden schallen einem „Jingle Bells“ und „Driving home for Christmas“ entgegen und verbreiten eine fröhliche Stimmung.

Neben all dem genieße ich diese Zeit und Atmosphäre bis Weihnachten, um auch mal zur Ruhe zu kommen. Nach einem Spaziergang durch die Kälte mit einem heißen Getränk vor dem Ofen aufwärmen, alte und neue Adventslieder hören und die vertrauten Bibelworte lesen.

„Es begab sich aber zu der Zeit …“ – da ist etwas geschehen, was die Welt verändert hat. Die Engel verkünden „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ Da kommt einer, der alles heil machen wird! Und deswegen loben die Engel „Ehre sei Gott in der Höhe“ und wünschen „Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Aber Frieden auf Erden? Beim Blick auf die Situation unserer Welt und die Ereignisse des letzten Jahres sehe ich wenig von diesem Frieden auf Erden: In unserer global vernetzten Welt wird die Angst vor den anderen wieder von Parteien und deren Führern geschürt. Neue Kräfte von rechts formieren sich über die Grenzen hinweg. Populistische Äußerungen befeuern die Hetze und den Hass gegen andere. Präsidenten und Führer von Staaten suchen nicht nach diplomatischen Lösungen, sondern drohen, lassen Raketen testen und rüsten militärisch auf. Der Krieg im Irak und Sudan vertreibt weiter Menschen aus ihrer Heimat. Und der Terror erschüttert weltweit viele Länder bis vor unsere Haustür.

Wo bleibt da der „Friede bei allen Menschen seines Wohlgefallens“, wenn in den USA selbst 26 Menschen beim Kirchgang erschossen wurden? „Warum lässt Gott das zu und tut nichts dagegen?“, fragen viele. Sollten wir uns nicht besser fragen, warum lassen wir all diese Dinge zu und tun nichts oder nicht mehr dagegen?

Gottes Friede kann in dieser Welt nur Wirklichkeit werden, wenn jeder von uns und wir alle gemeinsam uns dafür einsetzen! Deswegen hören wir jedes Jahr die gleiche Botschaft vom Frieden Gottes für diese Welt. Weil Gott geduldig wie ein Vater uns als seinen Kindern immer wieder das gleiche sagt, bis wir endlich den Sinn erkennen und seinen Frieden in die Tat umsetzen.

Wenn wir uns im nächsten Jahr in unserem Leben und dieser Welt für Gottes Frieden einsetzen – könnte dann nicht wirklich Frieden werden?

Ihr Pastor Jens Seliger