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Auf ein Wort

Indianername

Wenn ich abends unseren Sohn ins Bett bringe, dann lese ich ihm gerne eine GuteNacht-Geschichte vor. Am liebsten hört er im Moment Geschichten aus seinem großen Indianerbuch. Das ist nicht nur spannend für meinen Sohn, auch mein Wissen über die Ureinwohner Amerikas hat sich seitdem schon ordentlich erweitert.

Vor ein paar Tagen ging es um die Indianernamen. Den „Indianernamen“ bekommt man erst, wenn man sich namhaft gemacht hat. Wer schnell laufen gelernt hat, wird „springender Hirsch“ genannt. Wer scharf sehen gelernt hat, wird „Adlerauge“ genannt. Der Indianername ist schön, weil er die Stärken und die Kräfte eines Menschen ehrt.

Später am Abend, als mein Sohn schon längst eingeschlafen war, dachte ich noch ein wenig über die Indianernamen nach. Es wäre doch zum Verzweifeln, wenn es nur den Indianernamen gäbe, dachte ich. Gäbe es nur den Indianernamen, dann könnte man nur gerufen werden, wenn man sich einen Namen gemacht hat. Dann würde nichts gelten als die Stärke des Menschen. Was wäre es für eine Welt, in der nur die Starken einen Namen hätten?

Ich denke an einen Taufgottesdienst vor ein paar Wochen in Altwarmbüchen zurück. Meine erste Taufe als neuer Pastor der Christophorusgemeinde: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“, habe ich bei der Taufe dem kleinen Jungen zugesprochen. Dieses Wort stammt vom Propheten Jesaja. Mir gefällt daran, dass Gott jeden bei seinem Namen ruft, ganz bedingungslos. Bei uns Christen gibt es – Gott sei Dank – nicht nur den Indianernamen. Es gibt noch einen weiteren Namen: den Taufnamen. Das ist der geschenkte Name. Wir glauben: Ehe wir ansehnlich sind, werden wir von Gott angesehen. Ehe wir uns einen Namen erarbeitet haben, werden wir schon von Gott bei unserem Namen gerufen. Deshalb taufen wir auch ganz kleine Babys, die noch gar nicht verstehen können, was wir da machen. Denn auch sie sind schon längst von Gott bei ihrem Namen gerufen, geliebt und angenommen.

Von meinem Sohn und unserem abendlichen Vorlesen haben Sie jetzt gehört. Zusätzlich noch ein ganz paar Worte zu mir: Mein Name ist Sebastian Müller, ich bin 32 Jahre alt und der neue Pastor der Christophoruskirche Altwarmbüchen. Seit März wohne ich mit meiner Frau, die Krankenhauspastorin im Kinderkrankenhaus auf der Bult ist, und unseren Kindern Hannes (6 Jahre) und Henrike (2 Jahre) im Pfarrhaus Altwarmbüchen. Bisher waren meine Frau und ich Pastoren im südniedersächsischen Fürstenberg (Kreis Holzminden) und vier weiteren Nachbarorten. Ich freue mich auf eine gute Nachbarschaft hier in der Region Isernhagen!

Ihr Pastor Sebastian Müller (aus der Christophorus-Kirchengemeinde Altwarmbüchen)