Auf ein Wort

Jesus macht Pause

Jesus trägt ein langes weißes Gewand, seine Haare flattern im Wind. Er sitzt auf einem Klappstuhl, kippelt mit den Beinen, lehnt sich zurück. Die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Er lacht. Jesus mag Pausen und Bounty und Cola. Immer nur Pitabrot und Wein mit Wasser verdünnt ist auf die Dauer nichts.

Beim Essen redeten sie alle auf ihn ein. Regten sich auf, weil er bei dem kleinen Mann zu Gast war. Bei dem Zöllner Zachäus

Jetzt setzt sich ein Kollege zu ihm und sagt: „Du machst das gut, bist glaubwürdig.“ „Ich weiß“, sagt Jesus. „Steht schon in der Bibel, Gott tut das Unerwartete. Das überrascht. Keiner will den Augenblick verpassen.“

„Hast dir den Jesus voll reingezogen“, sagt der Kollege. „Wann kommst du zu mir und besuchst mich?“

Jesus antwortet: „Wenn du mich einlädst.“ –

Ein Gespräch zwischen Darstellern in der Drehpause am Filmset. Die Schauspieler machen Pause. Jesus braucht mal Abstand von der Rolle. Aber sein Kollege lässt ihn nicht. Das Spiel geht weiter. Das Festessen bei Zachäus. Der Kollege möchte, dass der,
der den Jesus spielt, ihn besucht, als Jesus. Das Spiel geht weiter, wenn die Darsteller in der Rolle bleiben und keinen Abstand gewinnen. Es ist spannend, sich mit Figuren biblischer Geschichten zu identifizieren und nach Parallelen im eigenen Leben zu suchen. Trotzdem gilt es, zwischen der Rolle und der eigenen Person zu unterscheiden.

Jesus braucht mal Pause. Der Schauspieler will gerade mal nicht Jesus sein. Cola trinken, eine rauchen. Er wird das mit seinem Kollegen klären.

Jesus braucht mal Pause. Auch in der Bibel. Manchmal schickt er die Jünger weg. Dann besteigt er allein einen Berg, um zu beten und um zur Ruhe zu kommen. Ohne Pausen geht es nicht.

Ihnen und Euch wünsche ich schöpferischen Auszeiten und dabei Gottes Segen.

Herzliche Grüße,

Ihr Pastor Karl-Martin Harms

 

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