„Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen.“ Hebräer 10,24

Liebe Leserinnen und Leser!
„Zu zweit ist man weniger allein“, so sagt man. Wir Menschen sind auf Gemeinschaft angelegt, wir sind Beziehungswesen. Wir brauchen uns.

Das scheint auch der Mann so zu verstehen, der vor lagen Jahren einen Brief an die Hebräer geschrieben hat. Er geht allerdings noch einen Schritt weiter. Er sagt, es ist wichtig, das wir aufeinander achten. Diese „Hebräer“, an die er seinen Brief schreibt, gehören zur frühen Christengemeinde. Und diese ermuntert er: „Lasst uns aufeinander achthaben.“

Aber haben wir das denn nicht schon viel zu viel? Passen wir nicht immer wieder darauf auf, wie andere sich verhalten? Fallen uns dabei nicht immer wieder ihre Fehler auf? Ich frage mich: „Will ich das überhaupt, dass jemand auf mich achtet?“

Der Briefschreiber verbindet dieses „Aufeinander achten“ mit konkreten Zielen. Es soll dazu führen, dass wir uns gegenseitig motivieren, liebevoll miteinander umzugehen und Gutes zu tun. So gesehen hat er sicher Recht. Mir hilft es, wenn ich zu etwas motiviert werde.

Aus diesem Grund halten sich manche Menschen einen Hund, er soll sie motiviren bei jedem Wetter vor die Tür zu gehen. Oder es gibt Selbsthilfegruppen in
denen sich Menschen mit gleichen Problemen treffen, um sich gegenseitig zu ermutigen. Genauso eine Art „Selbsthilfegruppe“ sollen wir als Christen auch sein. Unsere Selbsthilfegruppe nennen wir Gemeinde. Hier soll genau das geschehen, zu was der Briefschreiber uns einen Anreiz geben will.

Wir sollen uns dort gegenseitig motivieren und ermutigen, unseren Alltag positiv leben zu können. Hier sollen liebevoller Umgang und Barmherzigkeit eingeübt
werden. Und diese christliche Gemeinde ist dazu noch etwas ganz besonderes. Jesus selbst hat versprochen, dort mitten unter seinen Leuten zu sein. In unseren Zusammenkünften oder Versammlungen erleben wir eine ganz besonders enge Gemeinschaft mit Jesus und somit auch Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater.

Da will ich doch unbedingt dazu gehören. Nicht weil ich das als Christ muss, sondern weil ich es als Christ darf und weil es mich in meinem Leben weiterbringt.


Pastorin Susanne Jürgens
St. Mariengemeinde
Isernhagen

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