Auf ein Wort

Pure Lebensfreude!

Beobachten Sie mal eine Gruppe von kleinen Kindern beim Spielen. Sie sind ganz bei der Sache und in ihr Spiel versunken. Oft gibt es dann viel „Situationskomik“: Ein Kind tritt in die Wasserpfütze und spritzt andere nass; beim Verkleiden stolpert ein anderes über viel zu lange Kleider; oder da malt jemand sich unbewusst an… immer gibt es großes Geschrei und viel Gelächter dabei! Kinder beim Spielen strahlen Freude pur aus – und manchmal steckt sie gar uns Erwachsenen an und wir lachen lauthals mit.

Später werden dann aus denselben Kindern „coole“ Jugendliche und irgendwann Erwachsene, denen ihre Freude am Leben nicht so schnell abzuspüren ist. Stattdessen sehen viele Erwachsene eher die nüchternen Tatsachen, Fakten oder Probleme des Lebens im Vordergrund – und die sind oft nicht lustig oder zum Lachen…. Aber Jesus stellt ein Kind vor uns Erwachsene und sagt: „Wer nicht wird wie ein Kind, der wird nicht ins Himmelreich hineinkommen!“

Wir Erwachsenen versuchen immer, Gott und den Glauben vom Verstand her zu begreifen und kommen Gott dabei keinen Schritt näher – während die Kinder einfach an den lieben Gott glauben und ihm Briefe mit ihren Bitten in den Himmel schreiben!

Und auch der Apostel Paulus ruft der Gemeinde in Philippi zu: „Freuet euch im Herrn!“ (3,1), und damit es ja keiner überhört noch einmal: „Freuet euch im Herrn und abermals freuet euch im Herrn!“ (4,4). Dabei hatte Paulus beim Schreiben seines Briefes selber nicht wirklich Grund zur Freude, denn er saß im Gefängnis. Aber ist das nicht vielleicht gerade der Schlüssel, um seinen Satz wirklich zu verstehen und aus unserem eigenen negativen „GedankenGefängnis“ auszubrechen? Freude am Leben zu haben – das ist gerade in den schweren Zeiten unseres Lebens notwendig, wenn wir keinen Grund zum Lachen haben!

Freude ist eben auch mehr als Lustigkeit und Spaß und hängt eben gerade nicht von den eigenen Lebensumständen ab. Gerade in schlechten Zeiten, wenn äußerliche Sorgen und Nöte uns den Blick vernebeln, sollen wir die Freude, dass Gott uns ganz nah ist, nicht aus dem Blick verlieren.

Manchmal erlebe ich das im Gespräch bei meinen Besuchen im Krankenhaus, dass jemandem sein Glaube an Gott gerade in dieser schwierigen Situation weiterhilft. Und ein schlichtes Gebet lässt einen anderen wieder spüren, dass Gott ihm ganz nahe ist und er nicht tiefer fallen kann, als in Gottes Hand! Da leuchten dann Freude und Hoffnung in den Blicken von Menschen auf – selbst wenn die äußerliche Situation noch die gleiche geblieben ist.

Paulus war sich sicher: Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen (Röm 8,39) – ist das nicht Grund genug für pure Lebensfreude?

Ihr Pastor Jens Seliger

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