Die St. Nikolai Kirche zu Kirchhorst
Die Ursprünge der Geschichte der St. Nikolai Kirche reichen bis in den Anfang des 12. Jahrhunderts. Die schon damals erwähnten Dörfer Alt-Warmbüchen, Groß-Horst, Stelle und Kirchhorst gehörten zur Parochie (Pfarrerei) Burgdorf, wohin die Dörfler auch zur Kirche gingen. Nur ab und zu wurde in den Ortschaften Kirchhorst und Alt-Warmbüchen ein Messgottesdienst abgehalten. Dazu wurden die in den beiden Orten gelegenen Kapellen benutzt.
Die Kirchhorster Kapelle war romanisch und bildete im Inneren ein Rechteck von 12 Metern Länge und 6 Metern Breite. Das Mauerwerk ist über 1 Meter stark und besteht aus Granitsteinen, sogenannten Findlingen. In der Kapelle hang das alte, aus Eichenholz geschnitzte Kreuz, das aus dem Jahre 1150 stammen soll und das 1969 der neugeschaffenen, selbstständigen Kirchengemeinde Alt-Warmbüchen zum Geschenk gemacht wurde.
Im Jahre 1329 trennten sich die Kirchhorster, die damals noch Horster hießen (nach dem Ort „Horst“), von Burgdorf und bauten in den folgenden Jahren die Kapelle zu Kirchhorst aus.
Um 1400 bis 1450 entstanden die gotischen Wand- und Deckenmalereien. die heute noch den besonderen Wert der Kirche bestimmen.
1579 wird als weiterer Schmuck des Chorraums ein farbiges Epitaph aufgehängt zum Gedächtnis an den ersten Patron dieser Gemeinde, Aschwin von Cramm, dessen Frau und deren Sohn.
1589 wird in den Kirchenrechnungen die Erbauung der Kanzel erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erholten sich die Ortschaften relativ schnell wieder. Bereits 1661 beginnen durchgreifende Renovierungsarbeiten in der Kirche. Orthodoxem lutherischen Verständnis fielen die Wandgemälde zum Opfer, die an katholischen Ursprünge erinnerten. Sie wurden weiß übertüncht. Nur der mittelalterlichen Maltechnik ist es zu verdanken, dass die Gemälde dies fast unbeschädigt überstanden haben und nicht vom auflagernden Kalk zerfressen wurden.
Hundert Jahre später, 1774, erhielt die Kirche ihre erste Orgel. Die Krönung der inneren Verunstaltung der Kirche fällt in das Jahr 1836. Damals wurde eine neue, größere Orgel eingebaut und dafür das mittlere Gewölbe des Kirchenschiffes aufgebrochen.
1898 wurde der Plan verwirklicht, die Kirche in ihrer Originalität wieder herzustellen. Die Wand- und Deckenmalereien wurden freigelegt. Im wesentlichen erhielt so die Kirche ihren ursprünglichen Charakter wieder. Nur die Farbe des Gestühls und die neue Orgel von 1975 ist verändert worden. Und an die Stelle des neugotischen Altars ist 1965 wieder der Barockaltar des Andreas Kortnum von 1678 getreten.
Einen Turm aus Stein hat die Kirche nie besessen: der hölzerne Turm, der jetzt eine Höhe von 25 Metern hat, wird erstmals 1594 in einer Kirchenrechnung erwähnt.
Außer dem Altar ist noch der Taufengel aus dem Jahre 1679 zu erwähnen. Gestiftet wurde er von der Ehefrau des langjährigen Pastors Gerhard Balthasar Falkenhagen. Bis zum Jahre 1837 war der Taufengel in Gebrauch.